Wenn der "Zucker" ans Herz geht

Erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko durch Diabetes

Nach derzeitigem Stand sind in Österreich mehr als 600.000 Menschen von der Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus betroffen. Dabei wird zu wenig Insulin gebildet und der Körper verliert die Fähigkeit, den Blutzucker richtig zu verarbeiten - es kommt zu einer chronischen Erkrankung. Neben einer Vielzahl ernstzunehmender gesundheitlicher Auswirkungen zählen Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu den häufigsten Folgeschäden.

Eine Krankheit mit vielen Gesichtern

Weltweit steigt die Zahl der an Diabetes mellitus erkrankten Menschen stetig an, in Österreich werden es im Jahr 2030, vorsichtig geschätzt, mehr als 800.000 Betroffene sein (Quelle: http://www.facediabetes.at/zahlen-und-fakten.html).
Man unterscheidet zwischen dem eher seltenen Typ-1- und dem häufiger auftretenden Typ-2-Diabetes, wobei letzterer ca. 85 - 90 % aller Erkrankten ausmacht. Was früher allgemein noch als "Altersdiabetes" bezeichnet wurde, hat sich rasant zur Volkskrankheit entwickelt. Immer häufiger erkranken auch jüngere Menschen an Typ-2-Diabetes. Begünstigt wird dies unter anderem durch massives Übergewicht, fettreiche Ernährung, Bewegungsmangel, Rauchen oder Bluthochdruck. Die gesundheitlichen Folgen sind gravierend, zudem haben Diabetiker ein massiv erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die also das Herz und die Gefäße betreffen. Dadurch verursachte Herzbeschwerden können das Leben der Patienten um 12 Jahre verkürzen, die meisten Todesfälle sind auf Herzinfarkt und Schlaganfall zurückzuführen.

Diabetes ist auch Herzenssache

Frühzeitige Diagnose und Behandlung der Risikofaktoren von Diabetes sind unerlässlich, um möglichen schweren Gefäßerkrankungen vorzubeugen. Eine große Rolle spielt dabei die optimale Einstellung des Blutzuckers, die das Herz-Kreislauf-Risiko um bis zu 50 Prozent verringern kann. Die effektive Behandlung des Blutzuckers mit modernen Medikamenten kann nicht nur die Blutzuckerkontrolle verbessern, sondern auch einen positiven Effekt auf Herz-Kreislauf-Ereignisse haben.
Weiterhin ist eine grundsätzliche Lebensstiländerung anzuraten, also Gewichtsabnahme, Nikotinverzicht, mehr Bewegung und gesunde Ernährung. Patienten können selbst Schritte setzen, um das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu reduzieren. Die Interaktionen zwischen Arzt und Patient nimmt dabei einen wichtigen Stellenwert ein.

WUSSTEN SIE, DASS...
Herzinfarkte bei Diabetikern oft "stumm" verlaufen?
Typische Symptome wie starker Brustschmerz bleiben aus. Durch den erhöhten Blutzucker und Insulinspiegel werden die herznahen Nerven geschädigt. Diabetiker sind dadurch einem sehr hohen Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ausgesetzt.

Diagnose Diabete mellitus - was nun?

Trotz der bereits sehr guten Behandlungsmöglichkeiten ist die nicht heilbare Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus für die Betroffenen mit sehr vielen Herausforderungen verbunden. Dies kann jedoch auch als Chance gesehen werden, seinen Lebensstil zu modifizieren und ein neues, gesünderes Leben zu beginnen.

Das spezielle Rehabilitationsprogramm im Lebens.Resort Ottenschlag unterstützt die Patienten in den Bereichen Ernährung, Bewegung und Stressbewältigung. Ausführliche Gespräche mit Ärzten sowie die Teilnahme an ausgewählten Schulungen erleichtern den Umgang mit der Krankheit und verhelfen zu einem neuen Lebensstil. Um das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bestmöglich zu minimieren, sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen Pflicht. Dabei werden im persönlichen Gespräch und bei einer sorgfältigen körperlichen Untersuchung die Lebensgewohnheit untersucht, um diese gegebenefalls zu verbessern.
Im Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs findet man neben medizinischen und therapeutischen Kompetenz modernste Behandlungmöglichkeiten.