Fasten

Heilfasten hat mit religiösem Fasten nichts zu tun, ist aber oft mit einem Wunsch nach „seelischer Reinigung“ verbunden.

Je nach Indikation bieten Institute und Therapiezentren eine ganze Reihe von Heilfasten-Methoden an. Was allen gemeinsam ist: Es soll eine „Entschlackung“, „Entgiftung“ und „Regeneration“ des Körpers erreicht werden.

Jedem das Seine: Ein kleiner Auszug an Fastenmethoden

Beim Heilfasten nach der Methode von Dr. Buchinger lebt der Körper nach innerer Reinigung sechs Tage lang von seinen Reserven. Dabei werden nur Tees, Mineralwasser, Fruchtsäfte und Gemüsebrühe zugeführt. Dies verringert die Belastung für den Stoffwechsel. An zwei darauf folgenden Tagen wird der Körper dann wieder langsam an feste Nahrung gewöhnt. Das Gesundheitshotel Klosterberg im Waldviertel hat sich beispielsweise auf diese Art des Heilfastens spezialisiert, das – kombiniert mit ausreichend Bewegung an der frischen Luft - einen wahren Jungbrunnen für Körper, Geist und Seele darstellt. 

Beim „Fasten mit Biss“ – dem Basenfasten nach Wacker – wird Obst und Gemüse der Saison serviert – anders als beim Heilfasten, bei dem auf feste Nahrung verzichtet wird. Dem Stoffwechsel wird so eine Verschnaufpause gegönnt und der Körper beginnt, Schlacken abzutransportieren.

Beim Fasten nach Mayr, der sogenannten Mayer-Kur, ist die Grundlage die Milch-Semmel-Diät mit individuellen Ernährungsplänen. Beim Früchtefasten werden nur Früchte, Gemüse, Kräuter und Nüsse konsumiert. Auch die Schroth-Kur gilt als Fastenkur. Hier wechseln sich Trinktage und so genannte Trockentage ab. Wer’s mit Wein so gar nicht hat, kann auch mit Tee und Molke fasten.

Was tut mein Körper beim Fasten?

Wenn dem Körper keine Nahrung zugeführt wird, schaltet er nach ein bis zwei Tagen auf den sogenannten Hungerstoffwechsel , bei dem so wenig Energie wie möglich verbraucht wird. Beim Fasten sinkt der Blutdruck, Kreislauf und Herz werden entlastet, der Körper wird entwässert und das Atmen fällt manchmal leichter. Nach mehreren Tagen werden die Eiweiß- und Fettreserven des Körpers allmählich aufgelöst. Bei längerem Fasten schüttet der Körper auch  Endorphine aus, um die „Hungerphase“ erträglicher zu machen. Pro Tag verlieren Fastende im Durchschnitt etwa 400 Gramm an Gewicht, am Anfang allerdings vor allem Eiweiß und damit Muskelsubstanz. Kurzfristig Heilfasten sollten nur gesunde Menschen, vor längeren Fastenkuren ohne ärztliche Überwachung wird gewarnt. Schwangere und stillende Frauen, Kinder, Menschen mit Blutungsneigung oder Schilddrüsenüberfunktion, Typ1-Diabetiker, Krebskranke und Untergewichtige sollten gänzlich aufs Fasten verzichten.